Das Historische Museum Baden zeigte in einer Ausstellung die Römerfunde aus dem Bäderquartier – dem Gebiet der antiken Thermen von Aquae Helveticae. Zusammen mit dem Grafikbüro Girod Gründisch haben wir dafür zwei interaktive Installationen entwickelt, die den Besuchenden einen eigenen Zugang zum Thema geben.
Die erste Installation ist eine Fotostation: Eine im Korpus verbaute Kamera nimmt ein Bild der Person davor auf, das anschliessend in ein Mosaik im Stil der römischen Fundstücke umgewandelt und auf dem Display gezeigt wird. Der gesamte Aufbau – Kamera, Rechner, Display und Auslöser – steckt in einem einzigen Kasten, der ohne Betreuung durch den Ausstellungsbetrieb läuft.
Die zweite Installation greift eine antike Geste auf: Wer damals in den Bädern einen Wunsch hatte, hinterliess ihn als Inschrift. Bei uns tippen die Besuchenden ihren Wunsch auf einem iPad ein, und er erscheint als Projektion auf der Ausstellungswand – neben den Wünschen aller anderen.
Technisch läuft beides auf einem Raspberry Pi mit einem Vue-Frontend und einem Laravel-Backend. Der Algorithmus, der ein Foto in ein Mosaik übersetzt, ist in Python geschrieben. Die Herausforderung lag weniger in der einzelnen Komponente als im Zusammenspiel: Hardware, Software und Möbelbau mussten so ineinandergreifen, dass die Installationen über die gesamte Ausstellungsdauer stabil und wartungsarm laufen.